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Die Geschwister Devries

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Die Geschwister Ruth und Hilde Devries 

Ich bin anders - du auch! Gemeinsam leben, gemeinsam lernen

Unsere Schule trägt den Namen zweier Kinder aus Uedem, die im Zweiten Weltkrieg nur wegen ihrer Religion ermordet wurden. Damit diese schlimme Zeit nicht in Vergessenheit gerät, sind wir seit 1996 Namenspatron.

Hilde und Ruth Devries waren die Töchter von Alex Devries und seiner Frau Selma. Die Familie wohnte in Uedem an der Lohstrasse, wo Alex Devries eine Metzgerei betrieb.

Ruth wurde 1926 geboren, ihre Schwester Hilde war drei Jahre älter (geboren 1923).

Die Mädchen gingen in die evangelische Schule an der Keppelner Straße, bis es ihnen als Jüdinnen verboten wurde, eine öffentliche Schule zu besuchen. Sie nahmen danach noch am Handarbeitsunterricht bei den Clemens-Schwestern teil, waren aber sonst sehr isoliert, da andere Kinder zu ihnen keinen Kontakt haben durften.

In der „Kristallnacht", die in Uedem erst einen Tag später stattfand, wurde das Geschäft der Familie Devries total zerstört. Vater Alex Devries wurde kurz darauf nach Dachau transportiert. Er kehrte noch einmal mit kahlgeschorenem Kopf nach Uedem zurück, wurde aber erneut verhaftet. Seiner Frau wurde später eine Urne zugeschickt.

Etwa 1942 mussten die letzten Juden Uedem verlassen. Vorher hatte Frau Devries Gegenstände aus ihrem Besitz –Möbel, Geschirr und andere Dinge - an Nachbarn und Bekannte verkauft oder verschenkt. Das musste alles heimlich in nächtlichen Aktionen geschehen. Einige dieser Gegenstände sind noch in Uedemer Familien erhalten.

Mit den letzten Habseligkeiten auf einer Schubkarre zogen Selma Devries und ihre Töchter zum Bahnhof. In Goch wurden sie in Güterwagen gepfercht und wahrscheinlich ins heutige Lettland nach Riga deportiert.

Alle sind dort umgekommen. Die beiden Mädchen, Hilde und Ruth, sollen erschossen worden sein.

Quelle: Zusammengestellt nach Berichten von Uedemerinnen, die die Familie - vor allem die Mädchen - gut gekannt haben: Maria Heinz, Grete van Aaken, Käthe Verhasselt.

Stolpersteine für die beiden Geschwister Devries

Vor 70 Jahren sind im Dezember 1941 die letzten Juden aus Uedem nach Riga deportiert worden. Viele Uedemer Juden sind in den Vernichtungslagern in Osteuropa gestorben und nur wenige haben den Holocaust überlebt.

Gunter Demnig, der die Idee zu der Aktion Stolpersteine hatte, sagte: Stolpersteine sind dazu da, jedem einzelnen Opfer ein Denkmal zu schaffen und dadurch an das jeweilige Schicksal zu erinnern, denn

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist".

Am 26.02.2013 wurde unter anderem auch für die beiden Kinder Ruth Devries und Hilde Devries jeweils ein Stolperstein verlegt. Die Stolpersteine befinden sich, im Gehweg eingelassen, an der Lohstrasse 17.

Diese beiden Stolpersteine wurden durch Spenden der Geschwister-Devries-Grundschule finanziert.

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