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Sehenswürdigkeiten

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In Uedem gibt es einiges zu entdecken. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Sehenswürdigkeiten des Ortes zu erkunden. Hier finden Sie einen Überblick der Sehenswürdigkeiten mit ihrem jeweiligen Standort. Schauen Sie doch mal rein und machen Sie sich ihr eigenes Bild! 

Viel Spaß auf Ihrer Entdeckungsreise!

Alte Schlüterei

Die Burg auf dem Turmwall in Uedem, die heute den Namen „Alte Schlüterei“ trägt diente einst als Residenz der Grafen und Herzöge von Cleve. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde sie in die Uedemer Stadtmauer hineingebaut. Sie beherbergte auch die Schlüterei, welche die Dominalhöfe um Uedem erfasste. Der Schlüter ließ sich die Angaben von den Pächtern in Naturalien oder Geld auszahlen.

Die Verwaltungsreform aus dem Jahre 1713 brachte das Ende für die Schlüterei und den Schlüter. Fortan wurden die Aufgaben von der Akzise-Administration (Steuerverwaltung) übernommen.

Das sehenswerte Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz und wird als Wohnhaus genutzt.

Auf Schusters Rappen

Auf Schusters Rappen" erzählt die Geschichte der „Uemse Schüsterkes“, der Uedemer Schuster, denn die Herstellung von Schuhen hat in Uedem eine jahrhundertlange Tradition. Schon während der Französischen Zeit (1794 bis 1814) produzierten die Uedemer Schuster vor allem für das Militär. So entstand mit der Schuhfabrikation, die Uedem den Beinamen „Schusterstadt“ einbrachte, ein blühender Wirtschaftszweig.

Viele Schuhmacher arbeiteten in Heimarbeit in kleinen Wohnraumstuben. 1885 wurden in Uedem bereits rund 100 Schuster gezählt. Die Beschäftigung in diesem Industriezweig sicherte zahlreichen Familien außerhalb und innerhalb des Ortes Lohn und Brot. Die Evakuierung und Kriegszerstörung im Februar 1945 brachte die Produktion für kurze Zeit zum Erliegen.

Ab 1946 waren Sicherheitsschuhe in der Montanindustrie gefragt. Einige Betriebe fertigten auch elegantes Straßenschuhwerk, Sportschuhe und Reitstiefel. Die „Uemse Schüsterkes“ erlangten Bekanntheit weit über die Gemeindegrenze hinaus.

Die internationale Konkurrenz sowie die Verteuerung des Produktionsstandortes Deutschland trugen dazu bei, dass bis auf die Firma ELTEN GmbH, die für den Weltmarkt Sicherheitsschuhe herstellt, alle Schuhfabriken schließen mussten.

In guter Erinnerung

Mit der Errichtung eines Schusterdenkmals auf der Lohstraße im Jahr 1963 gedenkt der Sankt-Crispinus-Verein dem Berufsbild des Uedemer Schusters.

Auch die Publikation „Die Geschichte der Uedemer Schuhindustrie“, herausgegeben vom Heimat- und Verkehrsverein Uedem e V., die als Band 8 in der Schriftenreihe „UEDEMER STUDIEN“ Aufnahme findet, stellt diesen wichtigen Beitrag zur Ortsgeschichte mit der Auflistung aller Uedemer Schuhbetriebe auf 584 Seiten und zahlreichen Bildern sehr anschaulich dar.

Der Heimat- und Verkehrsverein Uedem, dessen 1. Vorsitzender Eugen van Elten von 1978 bis zu seinem Tod am 15.08.2016 war, beschloss 2020 die Errichtung des Pfades: „Auf Schusters Rappen" mit 14 Hinweistafeln.

„Auf Schusters Rappen“ erzählt an den jeweiligen Standorten ehemaliger Schusterwerkstätten die Geschichte dieses für Uedem wichtigsten Gewerbes. Darüber hinaus ist es eine Erinnerung und Würdigung des Engagements von Eugen van Elten. Ihm war es stets eine Herzenssache, das industrielle Erbe der Schuhherstellung in Uedem zu pflegen und zu bewahren. Auch die Herausgabe des Buches „Die Geschichte der Uedemer Schuhmacher" hatte er mit Tatkraft unterstützt. Die gleichnamige Ausstellung konnte er leider nicht mehr miterleben.

Tauchen Sie ein in die bewegte Geschichte der Uedemer Schuhindustrie und lassen Sie die Vergangenheit wieder lebendig werden!

Bronzeplastiken als „Torersatz"

Uedem wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit vier Toren und einer Mauer befestigt. Nach den Straßen, die heute noch ihre alten Namen tragen, wurden damals die Tore benannt. Die heutigen Stadtwege und Außenwälle (Nord-, Ost-, Süd- und Westwall) entsprechen in ihrem Verlauf den Flurkarten von 1733/34. Auch die Innenwälle (Turm-, Graf-Johann-, Agatha- und Burgwall) haben noch weitgehend ihren alten Verlauf. Die Stadttore gibt es schon lange nicht mehr. Doch die Erinnerung an sie lebt in Uedem weiter.

Im Rahmen von Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes wurde in den Jahren 1986 bis 1992 der Ortskern auf einer Fläche von rund 26.000 Quadratmetern saniert. Dabei wurden an den Stellen, an denen einst die alten Stadttore standen, die von Wolfgang Frische aus Uedem geschaffenen lebensgroßen Bronzeplastiken errichtet. Seither grüßen sie die Bürgerinnen und Bürger sowie die Besucherinnen und Besucher Uedems. Sie erinnern zum einen an die vergangenen Zeiten und verschönern zum anderen das Erscheinungsbild unserer Gemeinde. 

Ehrenmal

1986 wurde das vom Bildhauer Heinz Hölker aus Dingden geschaffene Ehrenmal im Park an der Viehstraße/Turmwall aufgestellt. Auf der einen Seite wurzelt die Symbolsprache des Ehrenmals in christlich-abendländischen Denkvorstellungen von Tod, schuldhafter Verstrickung, Sühne, Hoffnung und Auferstehung. Auf der anderen Seite spricht es aber auch zeitgemäße und profane Werte wie das Ehren und Gedenken, die Verpflichtung für den Frieden, die Versöhnung und die Überwindung des Krieges an.

Haus Kolk

Haus Kolk ist ein aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammender Rittersitz. Seiner bewegten Geschichte wurde sogar durch Theodor Fontane in dessen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg" ein literarisches Denkmal gesetzt. Zu den Besitzern des Rittersitzes Kolk zählte auch Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld, der einzige Duzfreund von Kaiser Wilhelm II. Das Haus befindet sich bis heute, seit seiner Gründung vor mehr als 650 Jahren, im Besitz der Familie Hertefeld und ihrer Vorfahren. Ab 2001 wurde es nach umfangreichen Forschungen in den überlieferten Materialien und Techniken wiederhergestellt und als Wohnsitz des derzeitigen Eigentümers der Familie Hertefeld eingerichtet.

Schusterdenkmal

Das Schusterdenkmal an der Lohstraße erinnert an die „Schusterstadt Uedem“. Wie kommt die Gemeinde zu diesem Beinamen? In der Zeit vor der maschinellen Herstellung von Schuhen wurden diese von Schustern in der eigenen Heimarbeit angefertigt. Diese Handwerker begründeten den Ruf der Schusterstadt, ihre Werkstätten wurden die Grundlage der späteren Fabriken. Auf Initiative des Sankt-Crispinus-Vereins wurde im Jahr 1963 ein Schusterdenkmal (Matthäi, Kleve) auf der Lohstraße errichtet. So bleibt das Berufsbild des inzwischen verschwundenen Uedemer Schusters auch der Nachwelt in Erinnerung.

Seemannbrunnen

Zentral im Ortskern gelegen und damit unübersehbar ist der 1990 von Prof. Karl-Henning Seemann aus Stuttgart geschaffene Seemannbrunnen am Markt. Er symbolisiert den Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger aus den vier Ortsteilen Uedem, Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld mit dem Motto: „Wej träkke all an een tauw“.

Stadtmauer

Der 5. Oktober 866 ist für die Gemeinde Uedem ein historisch sehr bedeutendes Datum. Denn an diesem Tag erschien mit der Angabe „Odeheimero marca“ – „in der Uedemer Mark“ – der Ortsname erstmals in einer Urkunde des Gaugrafen Ansfried für das Kloster Lorsch.

In Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung von Uedems Siedlung und Gemarkung (Flächeneinheit des Liegenschaftskatasters, das mehrere Grund- und Flurstücke zu einem Gebiet zusammenschließt) feierte die Gemeinde im Jahr 2016 in Form unterschiedlicher Veranstaltungen das Jubiläum „1150 Jahre Uedem“. Bei den Feierlichkeiten wurde besonders die städtische Vergangenheit der Gemeinde hervorgehoben. Und genau diese Erinnerung besteht auch weiterhin symbolisch: Denn nachdem der Verlauf der historischen Stadtmauer durch eine archäologische Grabung ermittelt wurde, wurde ein Teilstück nach dem Entwurf des Architekten Dr. Klaus Völling aus Goch rekonstruiert. So ist mit dem Teil der alten Stadtmauer ein Stück Uedemer Geschichte im Viehpark am Turmwall sichtbar – und lebendig.

Hohe Mühle

Das Baudenkmal „Hohe Mühle“ wurde 1319 erstmals erwähnt und zählt somit zu den ältesten aus Stein gebauten Windmühlen am Niederrhein. Im Inneren des Turms können sich Besucherinnen und Besucher in einer Ausstellung über die Geschichte des Uedemer Schuster- und Holzschuhhandwerks informieren. Nicht nur Geschichtsinteressierte, sondern auch Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten: Wer den Blick von der Hohen Mühle aus in die Umgebung schweifen lässt, kann den Charme der niederrheinischen Landschaft – besonders des Waldgebiets „Uedemer Hochwald“ – auf sich wirken lassen.

Das Baudenkmal „Hohe Mühle“ dient heute nach umfangreicher Sanierung und Restaurierung als Begegnungsstätte, Café, Aussichtsturm und Trauzimmer für standesamtliche Trauungen.

Kurzinformation

  • Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14:30 bis 17:00 Uhr, für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung
  • Weitere Informationen erhalten Sie unter www.hvv-uedem.de
  • Anmeldung von standesamtlichen Trauungen unter 02825 88-61

Stadtmodell um 1700

Sie sind inzwischen sowohl in vielen deutschen Städten und Gemeinden als auch im benachbarten europäischen Ausland einen Anziehungspunkt für Bewohner und Touristen: Miniaturtastmodelle. Insbesondere blinde und sehbehinderte Mitbürgerinnen und Mitbürger können damit Orte ertasten, erfahren und dadurch begreifen.

Die Gemeinde Uedem möchte an ihre städtische Vergangenheit erinnern, denn vom 14. Jahrhundert bis 1798 besaß der Ort Stadtrechte, die in der Französischen Zeit verloren gingen und nicht mehr wiedererlangt wurden. 

Nach umfangreichen Recherchen des Gemeindearchivars Franz-Josef Hetjens und des Heimat- und Verkehrsvereins (Guido Cladder und Michael Lehmann) ließ die Gemeindeverwaltung ein bronzenes Tastmodell der Stadt Uedem um 1700 mit einem Maßstab 1:375 anfertigen. Der Modellbauer Felix Broerken aus Welver erstellte ein 1,30 mal 1,10 Meter großes Modell in Goldbronze. Straßen- und Gebäudebezeichnungen sind in Normal- und Blindenschrift eingefügt. Das Bronzemodell wird erweitert um einen Abguss des Großen Siegels der Stadt Uedem, für den die Künstlerin Daniela Gramsch aus Xanten ein präzises Modell anfertigte. Zudem steht das Relief auf einem mehr als drei Tonnen schweren massiven Natursteinsockel (aus Anröchter -Stein), den der Steinmetz Benedikt Kreusch aus Kleve-Kellen rustikal bearbeitete.

In der Stadt gab es um 1700 mehr als 200 Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Dazu zwei Kirchen, zwei Klöster, einen Adelssitz (Haus Egeren), landesherrliche Sitze des Schlüters und Richters sowie des Rentmeisters, ein Rathaus, eine Stadtkornwaage und ein Spritzenhaus. Geschützt wurde die Stadt von einer äußeren Bewehrung mit einer 1,2 Kilometer langen Stadtmauer mit einigen Türmen sowie mit vier markanten Toranlagen an den Ausfallstraßen Moster-, Vieh-, Mühlen- und Lohstraße. Diese waren sogenannte Doppeltoranlagen mit Haupttor, Zwingerbereich und Vorwerk/-tor sowie Rundtürmen.

Das Bronzemodell der Stadt Uedem um 1700 stellt für den Kreis Kleve das erste historische Freilicht-Tastmodell eines geschlossenen Ortes dar.

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